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Kurs: Einführung in Domino 14 Mail-Administra...
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Lektion 1: Die Mailkomponenten

HCL Domino 14 bietet ein serverbasiertes Mailsystem, über das Mails an andere Notes-Benutzer oder ins Internet geschickt bzw. von dort empfangen werden können.

Notes-Mails werden im Format Notes-Richtext bzw. Compound Document (CD) über das NRPC-Protokoll (Port 1352) weitergeleitet, Internet-Mails im Format MIME (Multipurpose Internet Mail Extensions) über das SMTPProtokoll (Port 25). Welches Format bzw. welches Protokoll verwendet wird, entscheidet die Adressierung, Adressen im Format *.* (gemeint ist der Punkt in der Domäne) werden als Internet-Mails weitergeleitet – falls Sie dies in der Konfiguration erlaubt haben.

1. Mailer

Der Mailer läuft auf dem Notes-Client und sorgt für Adressauflösung, Namenserkennung (Type-Ahead) und Gruppenerweiterung. Er überprüft die eingegebene Mailadresse und schlägt bei Zweideutigkeit ähnliche Adressen vor. Der Mailer formatiert die Nachrichten entsprechend den Empfängern als CD oder MIME und sorgt – falls angefordert – für Verschlüsselung und Signierung. Der Mailer speichert ausgehende Nachrichten in der Mailbox (entweder lokal oder am Server).

2. Mailbox

Eine spezielle Notes-Datenbank namens mail.box, die auf jedem Server, der Mails weiterleitet, vorhanden ist. (Anmerkung: Ein Server kann auch über mehrere Mailboxen verfügen – in diesem Fall heißen sie dann: mail1.box, mail2.box etc.)

In der Mailbox werden übertragungsbereite Mails aufbewahrt, bis sie an ihre Empfänger weitergeleitet werden können. In der Mailbox können außerdem nicht zustellbare Mails (Dead Mails) hängen, sowie Mails, die erst zu einem späteren Zeitpunkt versendet werden sollen.

3. Router

Der Mail-Router (Router) läuft auf dem Domino-Server. Er holt übertragungsbereite Mails aus der Mailbox und leitet sie den angegebenen Mailadressen entsprechend als Notes- oder Internet-Mails an die Empfänger weiter.

3.1. Weiterleitung von Notes-Mail

Befindet sich die Maildatenbank des Empfängers auf demselben Domino-Server, steckt der Mail-Router die Mail direkt in die Maildatenbank und man spricht von Zustellung (Delivery). Befindet sich die Maildatenbank des Mailempfängers auf einem anderen Domino-Server, steckt der Mail-Router die Mail in die Mailbox des anderen Servers und man spricht von Übertragung (Transfer).

3.2. Weiterleitung von Internet-Mail

Handelt es sich um eine Internet-Mail, sendet sie der Router je nach Konfiguration entweder direkt an den zuständigen Mailserver der Internetdomäne oder an einen Relayhost im eigenen Unternehmen bzw. beim Provider.

Eine direkte Verbindung zu anderen Internetdomänen ist nur möglich, wenn der Domino-Server die IP-Adressen der SMTP-Server über die entsprechenden MX-Einträge (Mail Exchanger-Einträge) im DNS (Domain Name Service) auflösen kann.

4. SMTP-Server

Der SMTP-Server (auch als SMTP-Listener bezeichnet, weil er per Vorgabe auf Port 25 auf Anfragen »horcht«, ist ein separater Task, der Verbindungen mit anderen SMTP-Servern (oder Clients) eingeht und Mails entgegennimmt, solange sie keiner Richtlinie (Policy) widersprechen. Der SMTP-Server legt die Mails in die Mailbox, wo sie vom Router abgeholt und weitergeleitet werden.

5. Mailadressen

Direkt per Mail erreichbar sind Personen und Mail-In-Datenbanken. Bei Mail-In-Datenbanken handelt es sich um Anwendungen, die Daten über das Mailsystem als Mails erhalten und diese via Programmcode weiterverarbeiten. Viele Administratoren verstehen darunter aber auch Gruppenpostfächer, auf die mehrere Benutzer Zugriff haben. (Zur Konfiguration Mail-In-Datenbanken als Gruppenpostfächer gibt es eine eigene Lektion.)

Ebenfalls per Mail erreichbar sind Verteilergruppen (Gruppen vom Typ »Mehrere Zwecke« oder »Nur Mail«), hinter denen jedoch keine eigenen Maildatenbanken stecken, sondern die, wie der Name bereits andeutet, Mails an die einzelnen Gruppenmitglieder (Personen, Mail-In-Datenbanken oder weitere Gruppen) verteilen.